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Institut für Geographie | Physische Geographie | PD Dr. Martin Gude |
| 1997-2005 | |
| Finanzierung | Deutsche Forschungsgemeinschaft, Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie |
| Projektleiter | Dr. Martin Gude, Prof. Dr. Roland Mäusbacher Dr. Roland Molenda (NLU Biogeographie, Universität Basel) |
| Mitarbeiter | Dipl.-Geogr. Susanne Krause |
| Kooperation | Dr. Vlastimil Ruzicka & Dr. Miloslav Zacharda (Tschechische
Akademie der Wissenschaften, Budejovice) Prof. Dr. B. Möseler, Dr. L. Schrott (Universität Bonn) |
| Abstract In some mountain slopes in Central Europe periglacial like conditions with boreo-alpine invertebrate and rodent species are found although these areas are located far outside alpine or arctic periglacial regions. In fact, these scree slopes consisting of coarse blocky material have air-conditioning systems which preserve ground ice and temperatures constantly near freezing point in the base part. Zoo-geographically important is that the invertebrate species have a disjunct distribution and represent periglacial relics comparable to boreo-alpine or arcto-alpine types. Results from a research program (SCREECOS – SCREe ECO-Systems) now can proof the existence of numerous of these terrestrial island ecosystems. |
In Mittelgebirgen finden sich zahlreiche, meist unter Periglazialklimaten geformte Steilhänge, die unter natürlichen Bedingungen waldfrei sind und deren Oberfläche durch Gesteinsblocke ohne Bodenmaterial gekennzeichnet ist. Solche Blockhalden sind in Thüringen zum Beispiel in der Rhön und im Thüringer Wald zu finden.
Im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprogrammes werden Blockhalden in Mittelgebirgen untersucht, die aufgrund ihrer extremen klimatischen Randbedingungen Sonderstandorte bezüglich der Populationsökologie darstellen. Die außergewöhnlichen Standortbedingungen ergeben sich daraus, daß in vielen Blockhalden extrem kalte mikroklimatische Bedingungen vorzufinden sind und an einigen Standorten sogar Permafrost wahrscheinlich ist. Zudem handelt es sich um natürlich waldfreie Areale handelt, die nicht oder kaum durch anthropogene Eingriffe verändert wurden. Die Fauna von Blockhalden besteht teilweise aus eiszeitlichen Reliktarten. Da das „Überleben“ der
Reliktarten
in den Blockhalden darauf hindeutet, daß es sich bei diesen Formen
aus geomorphodynamischer Sicht um sehr stabile Systeme handelt, soll auch
geklärt werden, welche Faktoren die Stabilität bestimmen. Dazu
sollen an ausgewählten Blockhalden in deutschen Mittelgebirgen die aktuellen
Energieumsätze erfaßt und quantifiziert werden, um zu einer modellhaften
Beschreibung dieses Geo-Bio-Systems Blockhalde zu kommen. Zudem wird über
geophysikalische Untersuchungen der dreidimensionale Aufbau von Blockhalden
erkundet.
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Dieses Mikroklima ist durch winterliche Warmluftaustritte
am Kopf und sommerliche Kaltluftaustritte an der Basis der Halden gekennzeichnet.
Oft findet sich sogar im Sommer Eis zwischen den Blöcken, was in früheren
Zeiten unter anderem durch Brauereien zu Kühlzwecken genutzt wurde.
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von Blockhalden
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Fauna und FloraDas außergewöhnliche Mikroklima wird dadurch deutlich, daß in den Blockhalden an diese Verhältnisse angepaßte Tiere und Pflanzen vorkommen, die üblicherweise in hochalpinen oder polaren Regionen leben. Hierzu zählen zum Beispiel eine Reihe von Arthropodenarten, wie z.B. Käfer und Spinnen. Unter den Säugetieren stellen Alpenspitzmaus und Schneemaus Beispiele für eine außeralpine Besiedlung dieser Inselbiotope dar.
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Publikationen
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für den Inhalt verantwortlich: Martin Gude