Lehrstuhl für Physische Geographie, Institut für Geographie
Friedrich-Schiller-Universität Jena

Forschungsschwerpunkte


Inhaltsverzeichnis:

    Forschungsschwerpunkte

    Drittmittelprojekte

    (i) Tiefenlinienerosion im Thüringer Becken
    (ii) Holozäne Flussdynamik der Werra
    (iii) Holozäne Landschaftsentwicklung im Tibetischen Himalaya



(o) Forschungsschwerpunkte

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Ausmass, Ursachen und Modellierung der Bodenerosion in Tiefenlinien im östlichen Thüringer Becken

(gefördert durch DFG)
Beginn der Förderung: 01.02.1995

Antragsteller: Prof. Dr. R. Mäusbacher & Dr. J. Baade
Arbeitsgruppe: Prof. Dr. R. Mäusbacher, Dr. J. Baade, Dipl.-Geogr. M. Riedmayer & Dipl.-Geogr. D. Strauch

Zusammenfassung

Die Betrachtung der Transportpfade bei den Folgeschäden durch Bodenerosion, insbesondere der Eintrag von Bodenmaterial ins Gewässernetz, hat gezeigt, daß die lineare Erosion in Tiefenlinien (Tiefenlinienerosion) eine wichtige Größe darstellt. Trotz dieser Erkenntnis fehlen quantitative Angaben über das Ausmaß der Tiefenlinienerosion und deren Bedeutung für den Sedimenteintrag in das Gewässernetz noch weitgehend. Auch in den zur Zeit am häufigsten verwendeten Vorhersagemodellen zur Bodenerosion (USLE, ABAG) wird die Tiefenlinienerosion nicht berücksichtigt, was zu Fehleinschätzungen bezüglich des Bodenabtrags führen kann.

Bild2
Abb.: Bodenabtrag und Totalverlust von Mais in einer Tiefenlinie bei Weimar
(Photo: J. Baade)

In diesem Forschungsvorhaben soll das Ausmaß und die Ursachen der Tiefenlinienerosion im östlichen Thüringer Becken durch Geländemessungen und Kartierungen untersucht werden. Darüber hinaus soll die Übertragbarkeit eines in den USA entwickleten Modells zur Vorhersage des Ausmaßes der Tiefenlinienerosion auf die Verhältnisse in Deutschland exemplarisch überprüft werden.

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Der Einfluß klimatischer Veränderungen und anthropogener Eingriffe auf die spätglaziale-holozäne Flußdynamik der Werra

(gefördert im Rahmen des DFG-SPP 'Wandel der Geo-Biosphäre während der letzten 15.000 Jahre')
Beginn der Förderung: 01.02.1994

Antragsteller: Prof. Dr. R. Mäusbacher & HD Dr. J. Ellenberg
Arbeitsgruppe: Prof. Dr. R. Mäusbacher, HD Dr. J. Ellenberg, Dipl.-Geogr. M. Igl & Dipl. Biol. H. Schneider

Zusammenfassung

In diesem Projekt soll der Einfluß klimatischer Veränderungen und anthropogener Eingriffe auf die Sedimentdynamik der Werra in den vergangenen 15000 Jahren untersucht werden. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei dem Übergang von der letzten Kaltzeit zum Holozän, dem Wärmeoptimum mit den beginnenden anthropogenen Eingriffen und dem Beginn der intensiven Besiedlung gewidmet. Räumlich konzentrieren sich die Untersuchungen auf die Auen- und Subrosionsbereiche der mittleren Werra, sowie auf die Subrosionssenken Moorgrund und Rhäden/Großensee. Insbesondere die Subrosionssenken weisen mächtige Sedimentpakete auf, die eine hohe zeitliche Auflösung versprechen und pollenanalytisch meist gut auswertbar sind. Zum Vergleich werden ausgewählte Nebenflüsse (Felda und Ulster) der Werra in die Untersuchungen einbezogen. Damit ist es möglich, sowohl die lokal bedingten Ereignisse als auch die regional bedeutenden Veränderungen zu erfassen. Methodisch soll ein Beitrag zur stratigraphischen Gliederung junger fluvialer Sedimente und deren mögliche Aussage zu klimatischen und/oder anthropogenen Veränderungen geleistet werden. Räumlich wird der Übergang vom Mittelgebirge in die stärker kontinental geprägten Gebiete erfaßt.

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Der Einfluß von klimatischen Veränderungen und Naturereignissen auf die Siedlungsprozesse in Mustang, Tibetischer Himalaya

(gefördert im Rahmen des DFG-SPP 'Siedlungsprozesse und Staatenbildung im Tibetischen Himalaya')
Beginn der Förderung: 01.02.1994

Antragsteller: Prof. Dr. R. Mäusbacher
Arbeitsgruppe: Prof. Dr. R. Mäusbacher, Dr. J. Baade (beide Jena) & Prof. Dr. G.A. Wagner (Heidelberg)

Zusammenfassung

Im Rahmen des Projekts wird der Einfluß von klimatischen Veränderungen und von katastrophalen Naturereignissen auf die Be- und Entsiedlung im Himalaya untersucht. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei der holozän/historischen Gletscher- und Flußgeschichte gewidmet werden, da das Klimasignal über die Gletscherschwankungen und die Veränderung der fluvialen Dynamik am genauesten zu fassen ist. Das raum/zeitliche Prozeßgefüge der großen Massenbewegungen, die sowohl von klimatischen als auch von tektonischen Signalen gesteuert werden, soll über die Verzahnung mit den glazialen bzw. fluvialen Sedimenten erschlossen werden. In den agrarisch genutzten Gebieten sollen zusätzlich mit Hilfe bodenkundlicher Untersuchungen Veränderungen im Wasserhaushalt und Schädigungen durch Bodenerosion (Wind und Wasser) bzw. Bodenauftrag durch Massenbewegungen untersucht werden. Räumlich konzentrieren sich die Untersuchungen auf das Kali Gandaki Tal in Süd-Mustang, insbesondere das Einzugsgebiet des Dzon Chu, da in diesem Gebiet die Besiedlung mit Höhlen bis in prähistorische Zeit zurückreicht.


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Verantwortlich: J. Baade | last modified: 18.06.1997